Art · Managementsysteme
Akkreditierte Zertifizierungsstellen für Managementsysteme
Eine Zertifizierungsstelle für Managementsysteme auditiert Organisationen gegen Normen wie ISO 9001, ISO 14001 oder ISO 27001 und stellt bei Erfolg das Zertifikat aus. Akkreditiert ist sie, wenn die DAkkS ihre Kompetenz nach DIN EN ISO/IEC 17021-1 begutachtet und bestätigt hat.
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Wer ein Qualitäts-, Umwelt-, Arbeitsschutz- oder Informationssicherheits-Managementsystem zertifizieren lassen möchte, braucht eine Stelle, die unabhängig prüft und deren Urteil Dritte anerkennen. Genau dafür gibt es die Zertifizierungsstellen für Managementsysteme. In Deutschland führt die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) ein öffentliches Register dieser Stellen; Audit-Net bereitet diese Angaben nach Ort und Bundesland auf.
Diese Seite erklärt, was solche Stellen leisten, welche Norm hinter ihrer Arbeit steht, wann sich die Wahl einer akkreditierten Stelle lohnt und woran Sie vor der Beauftragung erkennen, ob eine Stelle zu Ihrem Vorhaben passt. Zum Verzeichnis mit aktuell 107 erfassten Stellen insgesamt gelangen Sie über die Suche oben.
Stand: Oktober 2026
Orte mit den meisten Stellen dieser Art
Verteilung nach Bundesland
Was eine Zertifizierungsstelle für Managementsysteme tut
Die Stelle führt Audits durch, prüft also, ob das Managementsystem Ihrer Organisation die Anforderungen einer Norm erfüllt und im Alltag gelebt wird. Das geschieht in zwei Stufen: Zuerst wird die Dokumentation gesichtet und die Bereitschaft für das eigentliche Audit festgestellt, danach folgt die Prüfung der Umsetzung an den Standorten, in Prozessen und im Gespräch mit Mitarbeitenden.
Fällt das Ergebnis positiv aus, entscheidet eine von den Auditoren getrennte Person oder Gruppe über die Zertifizierung. Das Zertifikat gilt üblicherweise drei Jahre. In dieser Zeit finden Überwachungsaudits statt, meist jährlich, danach steht die Rezertifizierung an. Die Stelle berät nicht beim Aufbau des Systems, denn Beratung und Zertifizierung dürfen nach den Regeln der Norm nicht in einer Hand liegen.
Die Norm dahinter: DIN EN ISO/IEC 17021-1
Die Anforderungen an Stellen, die Managementsysteme auditieren und zertifizieren, regelt die internationale Norm ISO/IEC 17021-1. Sie verlangt unter anderem Unparteilichkeit, nachweisbare Kompetenz der Auditoren, ein überwachtes Verfahren von der Antragsprüfung bis zur Zertifizierungsentscheidung sowie den Umgang mit Beschwerden und Einsprüchen.
Für einzelne Fachgebiete gibt es Ergänzungen. Für Informationssicherheit etwa ist ISO/IEC 27006 maßgeblich, für den Arbeitsschutz und die Umwelt existieren eigene Teile der 17021-Reihe mit Kompetenzanforderungen. Wie lange ein Audit dauern muss, orientiert sich an Vorgaben des International Accreditation Forum; mit dem Auditzeit-Rechner von Audit-Net können Sie eine grobe Erwartung bilden, die verbindliche Planung legt aber stets die Stelle fest.
Wann Sie eine akkreditierte Stelle brauchen
Gesetzlich verlangt ist die Zertifizierung nach ISO 9001 für die meisten Unternehmen nicht. Trotzdem fordern Auftraggeber, Ausschreibungen und Lieferantenverträge sie häufig, und dann zählt oft nicht nur das Zertifikat, sondern auch, wer es ausgestellt hat. Ein Zertifikat einer akkreditierten Stelle wird international anerkannt, weil die Akkreditierungsstellen sich gegenseitig vertrauen und ihre Systeme untereinander überprüfen.
Zwingend ist die Akkreditierung dort, wo ein Regelwerk sie ausdrücklich verlangt, zum Beispiel in manchen Förder- und Zulassungsverfahren oder bei branchenspezifischen Schemata. Prüfen Sie deshalb zuerst, was Ihr Kunde oder die Vorschrift tatsächlich fordert, bevor Sie Angebote einholen.
So wählen Sie eine passende Stelle aus
Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie nicht nur den Preis. Entscheidend sind der Geltungsbereich, die Branchenerfahrung der Auditoren, die Erreichbarkeit der Standorte und die Frage, wie viele Audittage die Stelle für Ihre Mitarbeiterzahl und Ihre Standorte ansetzt. Eine auffällig niedrige Auditzeit sollten Sie hinterfragen, denn die Stelle ist an Mindestvorgaben gebunden.
Fragen Sie außerdem nach dem Ablauf bei Abweichungen, nach den Fristen für Berichte und nach der Möglichkeit, Fernaudits einzusetzen. Wer mehrere Normen gleichzeitig zertifizieren will, kann bei einer Stelle kombinierte Audits anfragen und so Zeit sparen. Mit dem Anfrage-Formular von Audit-Net lassen sich Angebote für Ihre Norm, Mitarbeiterzahl und Standorte anfordern.
Geltungsbereich und Urkunde prüfen
Eine Akkreditierung gilt nie pauschal. Die Akkreditierungsurkunde nennt die Registriernummer, die Norm und einen Anhang mit dem Geltungsbereich, also den Normen und Branchen, für die die Stelle zertifizieren darf. Branchen werden in Europa nach dem sogenannten NACE-Schlüssel oder nach IAF-Codes zugeordnet. Eine Stelle, die für Maschinenbau akkreditiert ist, darf nicht automatisch Krankenhäuser zertifizieren.
Die Akkreditierung läuft zudem befristet und wird regelmäßig überwacht. Gleichen Sie die Angaben der Stelle daher mit dem aktuellen Eintrag im DAkkS-Register ab. Achten Sie auch auf Zertifizierer, die sich lediglich auf ein Akkreditierungssymbol berufen: Das Symbol darf nur im Rahmen der Akkreditierung verwendet werden. Audit-Net bewertet Stellen nicht und prüft keine Zertifikate; die Auskunft des Registers und der Stelle selbst ist maßgeblich.
Typische Branchen und Anlässe
Am häufigsten werden Qualitätsmanagementsysteme nach ISO 9001 zertifiziert, gefolgt von Umweltmanagement (ISO 14001), Arbeitsschutz (ISO 45001), Energiemanagement (ISO 50001) und Informationssicherheit (ISO 27001). Zertifizierungsstellen arbeiten für Maschinen- und Anlagenbau, Automobilzulieferer, IT-Dienstleister, Bauunternehmen, Pflege- und Bildungsträger, Handel und Logistik.
Anlass ist meist eine Kundenanforderung, eine Ausschreibung, der Wunsch nach geordneten Prozessen oder die Vorbereitung auf ein größeres Wachstum. Branchenspezifische Programme, etwa in der Automobilindustrie, bauen auf den Grundnormen auf und haben eigene Zusatzregeln, die Sie bei der Stellenwahl berücksichtigen sollten.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Akkreditierung und Zertifizierung?
Zertifiziert wird Ihr Managementsystem durch die Stelle. Akkreditiert wird die Stelle selbst, und zwar von der DAkkS, die ihre Kompetenz nach ISO/IEC 17021-1 begutachtet. Ein Zertifikat ist deshalb nur so belastbar wie die Akkreditierung der ausstellenden Stelle.
Muss die Zertifizierungsstelle akkreditiert sein?
Eine allgemeine Pflicht gibt es nicht. Auftraggeber, Förderstellen oder Branchenprogramme verlangen die Akkreditierung aber häufig. Klären Sie das vor der Angebotsphase mit dem Empfänger Ihres Zertifikats.
Wie lange gilt ein Zertifikat für ein Managementsystem?
In der Regel drei Jahre. Dazwischen finden Überwachungsaudits statt, danach folgt ein Rezertifizierungsaudit. Details legen die Zertifizierungsbedingungen der jeweiligen Stelle fest.
Woran erkenne ich, ob eine Stelle für meine Branche zugelassen ist?
Im Anhang zur Akkreditierungsurkunde steht der Geltungsbereich. Er nennt Normen und Branchencodes. Die aktuelle Fassung finden Sie im DAkkS-Register oder bei der Stelle.
Darf die Zertifizierungsstelle mich auch beraten?
Die Norm verlangt Unparteilichkeit. Eine Stelle darf Ihr System nicht beraten und anschließend selbst zertifizieren. Beratung kommt von unabhängigen Dritten.
Quellen und Stand
Inhalt abgeglichen mit dem DAkkS-Register (Stand Oktober 2026); Audit-Net bewertet keine Stellen und prüft keine Zertifikate. So arbeiten wir
- DAkkS: Zertifizierungsstellen für Managementsysteme (DIN EN ISO/IEC 17021-1)
- DAkkS: Akkreditierte Stellen finden (Filtersuche)
- DAkkS: Akkreditierungssymbol
- International Accreditation Forum (IAF)
- Wikipedia: Zertifizierungsstelle
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