Lexikon
Messunsicherheit
Die Messunsicherheit gibt den Bereich um einen Messwert an, in dem der wahre Wert mit festgelegter Wahrscheinlichkeit liegt.
Stand: Oktober 2026
Kein Messergebnis ist exakt. Die Unsicherheit quantifiziert, wie belastbar es ist, und muss zu einem Wert gehören, damit er sinnvoll bewertet werden kann. Als „Fehler“ im Sinne eines Irrtums sollte man sie nicht bezeichnen; sie beschreibt unvermeidbare Streuungen und Einflüsse.
Die Ermittlung folgt dem internationalen Leitfaden GUM (Guide to the Expression of Uncertainty in Measurement). Man sammelt Einflussgrößen wie Auflösung des Geräts, Temperatur, Wiederholbarkeit und Unsicherheit des Normals, bewertet sie statistisch oder aus Erfahrung und fasst sie zusammen.
In Kalibrierscheinen findet man meist die erweiterte Messunsicherheit. Sie ergibt sich aus der kombinierten Standardunsicherheit mal einem Erweiterungsfaktor, häufig k = 2, was bei Normalverteilung einer Überdeckungswahrscheinlichkeit von etwa 95 % entspricht.
Praktisch wirkt sich das aus, wenn ein Messwert nahe an einer Grenze liegt. Ob dann konform entschieden werden kann, hängt von der Entscheidungsregel ab, die vorab zu vereinbaren ist.
Labore nach ISO/IEC 17025 müssen die Unsicherheit für ihre Verfahren bestimmen. Sie ist untrennbar mit Kalibrierung und Rückführbarkeit verbunden.
Stand
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